Ceropegia nilotica   (Kotschy)


 
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syn. Ceropegia boussingaultifolia (Dinter), Ceropegia constricta (N. E. Br.), Ceropegia decumbens (P. R. O. Bally), Ceropegia gemmifera (K. Schum.), Ceropegia gossweileri (S. Moore), Ceropegia grandis (E. A. Bruce), Ceropegia mozambicensis (Schltr.), Ceropegia mozambicensis var. ulugurensis (Werderm.), Ceropegia nilotica var. plicata ((E. A. Bruce) H. Huber), Ceropegia plicata (E. A. Bruce)

 
Verbreitung:

Äthiopien
Botswana
: Okavango-Delta / Ngamiland-Distrikt
Ghana
Guinea
Kenia
: Arabuko-Sokoke-Forest / Kilifi-Distrikt; Kwale-Distrikt; Taita-Hills / Taita-Taveta-Distrikt / Coast-Provinz; Samburu-Distrikt / Rift Valley-Provinz
Kongo
: Kewala Island / Tanganjikasee
Namibia: Caprivi-Region, Otjozondjupa-Region
Ruanda
Senegal
Südafrika
: KwaZulu-Natal
Sudan
Swaziland
Togo

 
Diese schlingende Art ist in Afrika sehr weit verbreitet und daher auch recht vielgestaltig. Nicht nur die Blüten variieren stark im Aussehen, auch die vegetativen Teil der Pflanzen verschiedener Ursprungsregionen können ungemein verschieden aussehen.

Ceropegia nilotica treibt aus ihren fleischigen Speicherwurzeln annuelle Triebe, also Triebe, die alljährlich während der Trockenzeit absterben. Die Art erreicht dabei Trieblängen von 2 bis zu 3 m, die Triebe sind an den Internodien mal mehr, mal weniger deutlich eingeschnitten. Einige Pflanzen, die ehemals unter dem Namen Ceropegia mozambicensis beschrieben wurden, haben deutlich vierkantige Triebe.

Pflanzen aus arideren Gegenden tragen oft kleine, mehr oder weniger schuppenartige Blätter, diese verbleiben dann meist auch nicht lang an der Pflanze. Bei Pflanzen aus feuchteren Regionen können die Blätter aber auch Längen von 1,7 bis 8,5 cm bei einer Breite von 0,7 bis 3 cm, vielleicht sogar mehr, erreichen. Der Sukkulenzgrad variiert je nach Herkunft von sukkulent bis nicht sukkulent, wobei die Formen mit sukkulenten Blättern auch meist die mit den kleinsten Blättern sind. Des Weiteren ist der Blattrand bei manchen Pflanzen ganz leicht gezahnt, bei anderen dagegen glatt. Die verschiedenen, vormals als eigenständige Art, Ceropegia mozambicensis, beschriebenen Formen tragen meist sehr kleine Blätter.

Die Blüten variieren beträchtlich in der Größe sowie in der Färbung, allen gemein ist jedoch die am unteren Ende zweifach eingeschnürte Blütenröhre. Es gibt Pflanzen, deren Blüten die lang ausgezogenen Petalen fehlen und die daher eher an die Blüten von Arten wie Ceropegia cimiciodora erinnern (siehe hierzu Ceropegia nilotica 'Moribane Forest'). Eine andere Form, die in Namibia besonders weit verbreitet zu sein scheint, hat Blüten, deren Petalen so lang ausgezogen sind, dass sie eine erstaunliche Ähnlichkeit zu den Blüten von Ceropegia ballyana aufweisen.

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Ceropegia denticulata und Ceropegia nilotica bilden eine so genannte Superspezies, tatsächlich gibt es sogar so etwas wie Übergangsformen zwischen beiden Arten. Des Weiteren sind beide nah mit Ceropegia arenaria und Ceropegia radicans verwandt.

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In der Kultur stellt die Art keine besonderen Ansprüche. Man muss jedoch beachten, dass die allermeisten Klone ihre oberirdischen Teile einmal jährlich, zum Jahresende hin, abwerfen. Vorher treiben die Pflanzen spezielle Seitentriebe, die alsbald von der Pflanze abfallen. Diese Triebe dienen in der Natur zur vegetativen Vermehrung der Pflanze und können auch in Kultur sehr leicht hierfür Verwendung finden.

In der 'Monatsschrift für Kakteenkunde' aus dem Jahr 1903 kann man hierzu bereits folgendes lesen:

Eine interessante neue Ceropegia bildete das letzte Schaustück aus dem Königl. Botanischen Garten. Diese Pflanze entwickelt in einem gewissen Stadium aus den Achseln der Blätter 4 cm lange, nackte Stengelstücke, mit nur einem Paar kleiner Blättchen als Abschluss, und stösst diese wegen ihrer grösseren Dicke schon an der Mutterpflanze auffälligen Glieder bald ab. Auf der Erde bildet das Stück alsbald Wurzeln und aus seinem oberen Teil einen Stengel. Wegen dieser Vermehrung durch Brutknospen hat der Herr Vorsitzende der Pflanze den Namen Ceropegia gemmifera K. Sch. = die knospentragende C. beigelegt.

(Quelle: Monatsschrift für Kakteenkunde, Zeitschrift der Liebhaber von Kakteen und anderen Fettpflanzen. Organ der Deutschen Kakteen-Gesellschaft herausgegeben von Professor K. Schumann zu Berlin; Verlag von J. Neumann; Vol. 13. 79 (1903))

 
links:

Ceropegia nilotica


Foto: mit freundlicher Genehmigung von Dennis De Kock

http://www.stapeliads.info

 
Verschiedene Klone:

Ceropegia nilotica 'Bamba'

Ceropegia nilotica 'grandis'

Ceropegia nilotica 'green flower'

Ceropegia nilotica 'Moribane Forest'

Ceropegia nilotica 'mozambicensis'

Ceropegia nilotica 'plicata'

 
Referenzen:

- F. Malaisse: Recherches sur les Asclepiadaceae du Shaba (Zaire) 1. Nouvelles observations sur le genre Ceropegia L.. Bull. Jard. Bot. Nat. Belg. / Bull. Nat. Plantentuin Belg. 54 (1/2) 213-234 (1984)
- P. G. Archer: Kenya Ceropegia Scrapbook. Notes and records of some Kenya Ceropegia. Hobart (AUS): Artemis Pup. Consultans. 1992
- Feyera Senbeta; Christine Schmitt; Manfred Denich; Sebsebe Demissew; Paul L. G. Vlek; Helmut Preisinger; Tadesse Woldemariam; Demel Teketay: The diversity and distribution of lianas in the Afromontane rain forests of Ethiopia. Diversity and Distributions, (Diversity Distrib.) (2005) 11, 443-452